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Landshut. Ein Kleid, das modisch aussieht, und mit dem die Trägerin im Vorbeigehen auch noch ihre Wohnung aufpolieren kann ? von so einer Erfindung träumen Millionen Pragmatikerinnen. Die Künstlerin Jutta Burkhardt zeigt, wie so ein Multifunktions-Outfit aussehen könnte. Sie entwarf einen Kimono aus Putzlappen und designte dazu Bürsten-Schuhe, die bei jedem Schritt dem Parkett neuen Glanz verleihen. Der ironische Entwurf ist eine von mehreren Arbeiten, die Burkhard und ihre Künstler-Kollegen Rose Stach und Ettore Giordani ab Samstag, 20. April in der Neuen Galerie Landshut zeigen. "Szenen des Alltags" lautet der Titel der Ausstellung. Die öffentliche Vernissage findet am Freitag, 19.April, um 20 Uhr im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel statt. Ein Meinungsforschungsinstitut ermittelte in einer Umfrage, dass Putzen die unbeliebteste Beschäftigung der Deutschen ist. Diese Meldung inspirierte Jutta Burkhard zu ihrem jüngsten Projekt: Sie entwarf Kleider und Accessoires für vier verschiedene Typen von Putz-Muffeln und demonstriert auf acht Fotos, wie diese Multifunktions-Teile richtig anzuwenden sind. Die 32jährige Künstlerin studierte Bühnen- undKostümbild am Salzburger Mozarteum. Ihre aus Putzlappen genähten Kollektionsteile sehen so edel aus, dass sie selbst Fashion Victims verführen. Rose Stach erkundet wie eine Archäologin die Materialien der Räume, in denen wir leben. In ihrer Fotoarbeit "Wallfahrtsorte I" schraubt sich spiralförmig ein babylonischer Turm in den Himmel, der sich bei näherer Betrachtung als Teppichrolle entpuppt. Der Bodenbelag wird durch den künstlerischen Eingriff zum Bild, verliert an Beiläufigkeit und Eindeutigkeit. Er ist nicht mehr nur ein Gebrauchsobjekt zur Dekoration von Räumen oder zum Dämmen von Schritt-Geräuschen, sondern erweist sich als autonome Form mit vieldeutiger Ästhetik. Indem die 38jährige Absolventin der Münchner Kunstakademie mit einer Nagelschere ornamentale Lineaturen in das Material schneidet, erhält die Arbeit eine zusätzliche Dimension. Essen, Trinken und Gastlichkeit sind die Themen des Konzeptkünstlers Ettore Giordani. Der italienische Künstler, der derzeit einen Stipendiumsaufenthalt in München hat, beschäftigt sich mit Fragen wie: Was bedeutet es, ein Fremder in einem Kreis von Freunden zu sein? Welche Rituale machen einen Fremden zum Gast? Im Augenblick ist eine von ihm kuratierte Ausstellung zu diesem Thema auch in der Galerie der Künstler in München zu sehen � in der Neuen Galerie Landshut zeigt er dazu eigene Arbeiten. Die Ausstellung im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel dauert bis zum 12. Mai und ist jeweils donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. |
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